
Die Eingewöhnungszeit
Mittlerweile wissen wir: Baden des Hundes direkt nach Ankunft unterlassen wir! Ebenso halten wir Verwandtschaft, Freunde und Nachbarn fern. Unser Hund hat Zeit und Ruhe nötig, um in seinem neuen Zuhause anzukommen.
Heute besprechen wir die “Inneneinrichtung” für euren Hund und natürlich auch über eure 😃.
Liebevoll haben wir das Körbchen für unseren Schatz mitten in den Raum gestellt und seine Spielzeuge drapiert. Unser Schatz wird es lieben und sein Spielzeug wird ihn begeistern!
Das wäre doch super! …aber wie war das mit der Realität?!
Es sind Straßenhunde! Meist kennen sie kein Wohnungsleben, kein Spielzeug, kein Körbchen…
Ihr müsst damit rechnen, dass euer Hund nicht mal eine Pfote aus der Transportbox setzt oder sich in eine Ecke verkriecht.
Da das angedachte Körbchen ja viel bequemer ist, zerren wir den Hund aus der Box oder Ecke und legen ihn ins Körbchen. Dieses wiederholen wir solange, bis der Hund sich “ ergibt” und liegen bleibt. Geschafft! Jetzt das Spielzeug! Fröhlich quietschen wir mit dem “Etwas” vor der Nase des Hundes herum, aber er zeigt kein Interesse. Im Gegenteil..er liegt wieder in der Box oder Ecke.
Jetzt ist guter Rat teuer - dabei ist die Problemlösung so einfach.
Der Hund hat sich die Box oder Ecke als Rückzugsort ausgesucht, lasst ihn dort. Stellt ihm Wasser und Futter hin und bedrängt ihn nicht. Gebt ihm Zeit, habt Geduld..er wird sich von alleine bewegen 😃.
Nun kommen wir zu dem Typ Hund “Juhu, hier bin ich und hier bleib ich “. Ihr habt richtig gehört, diesen Typ Hund gibt es auch und damit sind wir dann auch bei eurer Inneneinrichtung. 😅
Dieser Typ Hund wird sich nicht verkriechen. Er zeigt euch ungestüm seine Liebe, rempelt die Kinder um, zeigt dem eventuell vorhandenen Ersthund, dass er jetzt auch ein Mitspracherecht hat…
Ja, er liebt sein Spielzeug, aber eure Deko ist viel interessanter.
Liebevoll spielt er mit Kerzen, Deko, Porzellanfiguren..
Bald sieht eure Wohnung aus, als wäre ein Umzug geplant, denn eure Deko habt ihr liebevoll im Schrank drapiert.
Wichtig ist jetzt, dass der Liebling lernt, was er darf und was er nicht darf. Auch hier ist viel Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt. Harte Strafen sind ein No-Go!! Liebevolle, konsequente Erziehung wird jetzt von euch verlangt.
Wohnungssituation gemeistert, Deko verstaut und nun ein weiterer wichtiger Punkt auf eurer To-do-Liste. 📋
Teppiche aufrollen und zur Seite legen. Glaubt mir, dass macht das Wischen und Häufchen einsammeln viel einfacher, denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Hund sich genau diese aussuchen, um seine Geschäfte zu erledigen.
Fazit:
Die Hunde können sich nach der Ankunft anders verhalten als auf der Homepage beschrieben.
Stellt euch einfach vor, ihr würdet in einem euch völlig fremden Land abgesetzt werden, kennt dort niemanden , versteht die Sprache nicht, die dortige Kultur ist euch völlig fremd…Nicht schön, oder ??
Es ist sehr wichtig, dass der Hund eine Eingewöhnungszeit bekommt und die er auch dringend benötigt . Diese variiert von Hund zu Hund und dauert unterschiedlich lange.
Gebt dem Hund einen Rückzugsort ( Körbchen, Box etc. ).
Dieser Ort ist nur für ihn bestimmt. Keine Kinder, die mit ihm im Körbchen liegen, kein Bedrängen.. Einfach ein Ort an dem der Hund zur Ruhe kommen kann !
Überfordert euren Hund nicht, er hat genug Zeit um Dinge zu lernen. Er muss sich langsam an die neuen Lebensumstände gewöhnen. Der Hund muss euch vertrauen können. Ein geregelter Tagesablauf, liebevoller Umgang, Geduld und Zeit sind jetzt gefragt.
Die Eingewöhnungszeit kann einfach verlaufen, aber es können auch Probleme entstehen. Bei auftretenden Problemen, die ihr nicht alleine lösen könnt, zögert nicht den Verein zu informieren und holt euch professionelle Hilfe.
Zu oft habe ich in meinen Seminaren gehört: „Der Hund muss doch dankbar sein, ich habe ihn doch gerettet!“
Nein, er ist nicht dankbar, warum sollte er auch ? Fremde Menschen, fremde Umgebung, Kommandos, die er nicht kennt und versteht…
Ein Welpe fügt sich meist schnell in seine neuen Lebensumstände, ebenso der Typ „Juhu, hier bin ich “ .
Zurückhaltende oder ängstliche Hunde brauchen eine längere Eingewöhnungszeit.
Dann gibt es noch die Angst - und Trauma Hunde. Diese Hunde bekommen aber zu einem späteren Zeitpunkt einen extra Beitrag.
Egal welchen Typ Hund ihr habt, die Eingewöhnungszeit ist äußerst wichtig. Sie stärkt das Zusammenleben und schafft Vertrauen.
Eure Heike