
Ab auf den Wanderweg...
Hund gesichert ( doppelte Sicherung ) und nun geht es ab auf den Wanderweg.
Die ersten 10 km Rundweg schaffen wir doch bestimmt mit Leichtigkeit. Wir vielleicht schon, aber unser Hund auch ?
Bitte bedenkt, euer Hund kommt aus einem Shelter, er war eventuell Monate, Jahre eingesperrt und hatte nur wenig oder gar keinen Auslauf. Er muss sich erst langsam wieder an Bewegung, Auslauf gewöhnen. Sein Bewegungsapparat kann noch eingeschränkt sein, seine Ausdauer ist gering…
Gewöhnt ihn langsam an Auslauf und Bewegung, dass erspart Zerrungen etc.
Einige Hunde werden bei dem Spaziergang Probleme haben, ihr “ Geschäft” zu erledigen. Egal welchen Weg ihr geht, kein Pippi und kein Kacka 😃. Zuhause angekommen erledigt euer Hund sein “ “Geschäft “ im Garten..
Warum? Zum Einen haben wir es dem Hund an trainiert, denn wir haben unseren Hund nach dem Schlafen, Fressen..dorthin gebracht. Er ist es also gewohnt, seine “ Geschäfte “ dort zu erledigen.
Ein weiterer Punkt ist die Ablenkung beim Spaziergang, viele neue Eindrücke, Gerüche, Umweltreize oder auch Unsicherheit halten unseren Hund davon ab “Pippi und Kacka” zu machen.
Habt ihr so einen “ Zuhausekacker “ 😃 ist es zu Anfang ratsam immer die gleiche Gassirunde zu gehen. Das mit dem “ zum Affen machen “ kennt ihr ja schon vom ersten Häufchen und Pippi ,wenn euer Hund es zum ersten Mal im Garten oder vor der Haustür gemacht hat.
Dieses wirkt auch bei der Gassirunde, also zügelt eure Freude auch dort nicht.
Dann gibt es noch Hunde, die von einem Spaziergang so gar nichts halten. Sie haben Angst, die gewohnte Umgebung zu verlassen.
Sie weigern sich auch nur einen Schritt zu gehen oder drücken sich an Hauswände etc.
Zerrt sie auf keinen Fall hinter euch her ! Kein “Pfötchen “ hat es verdient, über den Asphalt gezogen zu werden!!
Gebt diesen Hunden Zeit, Liebe und Geduld. Belohnt jeden einzelnen Schritt , gebt ihnen Sicherheit. Seht auch die kleinen Schritte als große Erfolge an, auch wenn ihr euch nur einen Meter vom Haus/Wohnung entfernen könnt. Für euch mag es lächerlich wirken, für euren Hund war es eine große Überwindung und er musste all seinen Mut zusammen nehmen!
Unser Hund muss einige neue Dinge lernen - er soll die “ große weite Welt” kennenlernen. Wir wissen, dass wir dafür verantwortlich sind, unserem Hund, ihm unbekannte Dinge, vertraut zu machen.
Wir gehen zu Pferden, Kühen, Skateboard Fahrern, Autos, Fahrräder, Joggern, City, Zoo und natürlich darf jeder Mensch unseren Liebling streicheln ( der Klassiker).
Wir sind jetzt sehr stolz darauf, was unser Hund in” drei Tagen “
schon alles erlebt und erreicht hat.
Halt !! Schaut mal auf euren Hund, der völlig” platt” im Körbchen liegt. Er hat genug von der völlig übertriebenen Reizüberflutung und er denkt wahrscheinlich noch darüber nach, warum ihn jeder anfassen darf !
Ich komme jetzt nochmal auf den o.g. Klassiker.
Ihr geht einkaufen, spazieren, City Besuch, wandern etc. und das alles ohne Hund , kennt ja jeder von uns und es ist Normalität.
Doch heute ist es anders als gewohnt!
Ihr steigt aus dem Auto aus, schon auf dem Parkplatz werdet ihr von fremden Menschen umarmt. Im Geschäft geht es weiter, jeder kommt auf euch zu, “ knuddelt “ euch, ein Anderer streichelt euch über den Kopf, streichelt euch über den Rücken..
Zurecht seid ihr völlig irritiert und zweifelt an eurem oder deren Verstand 😃.
So ergeht es euren Hunden auch wenn sie ständig von fremden Menschen angefasst, geknuddelt werden, weil sie ja so niedlich, wuschelig etc. sind.
Es gibt Hunde, die genießen dieses “ Fremdkuscheln “
Andere Hunde lassen es über sich ergehen und dann gibt es noch die “ bösen” Hunde .
Die “ bösen” Hunde haben die “ Schnauze voll “ ständig von fremden Menschen angefasst zu werden! Sie zeigen anhand ihrer Körpersprache, dass sie genug haben ( was meistens vom Menschen nicht gesehen wird ) und schnappen.. böser Hund !!
Nein, böse ist er nicht, er kann sich nicht anders wehren, seine Vorzeichen habt ihr nicht wahrgenommen.
Achtet sehr genau darauf, dass “Fremdkuscheln” nicht Überhand nimmt.
Ich selber habe beim Spaziergang schon oft die Erfahrung gemacht, dass jeder Fremde meinen Ricky, ein sehr großes schwarzes Fellknäuel 😃, streicheln möchte, dieser das aber gar nicht mag. Die Verwunderung steht den Leuten ins Gesicht geschrieben, wenn ich sage : “ nur gucken ,nicht anfassen”.
Ricky ist ein gutes Beispiel dafür, dass manche Signale von Menschen nicht gesehen oder falsch gedeutet werden. Unterhalte ich mich beim Spaziergang mit fremden Menschen, setzt er sich auf meine Füße 😀. Ein Kommentar von meinem Gegenüber: Oh, wie niedlich ist das denn.. Nein, das ist nicht niedlich.. eigentlich sagt er “ Finger weg von meinem Frauchen oder bis hier hin und nicht weiter “
Mein Fellknäuel ist ein Herdeschutzhund der von Natur aus skeptisch gegenüber Fremden ist, egal wie “niedlich “ er auch aussieht. Praktisch ist der Spaziergang mit meinem Dobermann, den möchte niemand anfassen ( typische Vorurteile), obwohl er sich gerne anfassen lässt, auch von Fremden 😉.
Fazit von ab auf den Wanderweg:
Überfordert eure Hunde nicht
Gewöhnt sie langsam an Wanderungen, Fahrradtouren..
Gebt ihnen Zeit sich an neue Reize, Begebenheiten, Umweltreize..zu gewöhnen
Fremdknuddeln darf nicht übertrieben werden, erleichtert auch die Erziehung
Bedenkt immer “ Rom wurde nicht an einem Tag erbaut”!